Aktuelles

"Zähle nicht die Tage, damit jeder Tag zählt"

DSCF4011
img_2269

Wir Menschen haben etwas ganz Besonderes gemeinsam, das Geschenk und die Kraft der Imagination.

Wie sind in der Lage auch in dünner Luft und unter ungewohnten Bedingungen neue Ideen zu denken, zu finden und auszuprobieren. Und uns entsprechend zu verhalten.

Das ist ein Prozess, der zunächst ungewohnt und vielleicht verrückt erscheint, aber neue Möglichkeiten hervorlockt, an die wir noch nicht gedacht haben.Sogar unter extrem eingeschränkten Umständen ist es möglich zu imaginieren, vielleicht zunächst zu träumen und dann mit kleinen oder größeren Schritten etwas Neues in Gang zu bringen.

Nimm nur eine Situation heraus, die dir schwer erscheint und fang an zu üben. Stell dir nur für diese eine Situation drei oder mehr Alternativen oder Ergänzungen vor, egal wie neu sich das anfühlt. Und dann übe! Die Gedanken sind frei. Wir können mutig sein. Spiele und probiere aus und du wirst herausfinden, dass doch mehr möglich ist, als du dir zugetraut hast.

Andere Kommunikationskanäle suchen und nutzen. Mehr Zuwendung zu Menschen mobilisieren, die deine freundlichen Worte oder tatkräftige Unterstützung brauchen. Schärfe deine Wahrnehmung für das was jetzt schon passiert, welche unglaubliche Kreativität sich ausbreitet. Und welches Teilen von Freundlichkeit und Dankbarkeit. Das ist beeindruckend, das ist fantastisch! Wie können mehr, wir können anders, wir können lernen mehr zu vertrauen in die Fähigkeiten von uns selbst und die der Anderen.

Die Uhr mit den Schultern  –   Feldenkraisshorty

 
Auf einem Stuhl sitzen, nicht angelehnt
Spüren wo die rechte Schulter ist und sich ein Ziffernblatt neben der Schulter vorstellen
Die Schulter Richtung 12 nach oben bewegen und zurück
Richtung 6 nach unten bewegen und zurück, die Richtungen verbinden
Dann nach vorne Richtung 3 und nach hinten Richtung 9, Richtungen verbinden
Die Schultern miteinander vergleichen  – Unterschiede zwischen rechts und links?
 
Erlauben Sie sich bei allen Bewegungen sehr genau aufs Atmen achten, auf die Mitbewegungen entlang der Wirbelsäule, dem Kopf und den Rippen und immer!  Rücksicht nehmen auf die spürbaren Grenzen. Weniger ist mehr.
Bitte vor einem Anstrengungsgefühl beenden, im Leichten bleiben, gelassen und weich. Es geht um die Qualität der Schulterbewegungen, nicht um die Größe. Die entwickelt sich später von alleine.
 
Alle Richtungen mit der linken Schulter erforschen
Dann mit der rechten Schulter Kreise am Rand des Ziffernblattes entlang machen von der 12 angefangen
Und in die Gegenrichtung
Und nun mit der linken Schulter kreisen
Kann man beide Schultern kreisen lassen, gleiche Richtung oder Gegenrichtung?
Sitzen und die Auswirkungen auf die Schultern aber auch den Nacken, die Augen und den Rest vom Körper beobachten
Im Raum gehen und wahrnehmen wie die Schultern und Arme schwingen
 
©A.Seliger 2020

Der chinesische Bauer – eine Geschichte über Glück und Unglück

 

In einem Dorf in China, nicht ganz klein, aber auch nicht gross, lebte ein Bauer – nicht arm, aber auch nicht reich, nicht sehr alt, aber auch nicht mehr jung, der hatte ein Pferd. Und weil er der einzige Bauer im Dorf war, der ein Pferd hatte, sagten die Leute im Dorf: „Oh, so ein schönes Pferd, hat der ein Glück!“

Und der Bauer antwortete: „Wer weiß?!“

Eines Tages, eines ganz normalen Tages, keiner weiss weshalb, brach das Pferd des Bauern aus seiner Koppel aus und lief weg. Der Bauer sah es noch davongaloppieren, aber er konnte es nicht mehr einfangen. Am Abend standen die Leute des Dorfes am Zaun der leeren Koppel, manche grinsten ein bisschen schadenfreudig, und sagten: „Oh der arme Bauer, jetzt ist sein einziges Pferd weggelaufen. Jetzt hat er kein Pferd mehr, der Arme!“

Der Bauer hörte das wohl und murmelte nur: „Wer weiß?!“

Ein paar Tage später, sah man morgens auf der Koppel des Bauern das schöne Pferd, wie es mit einer wilden Stute im Spiel hin und herjagte: sie war ihm aus den Bergen gefolgt. Gross war der Neid der Nachbarn, die sagten: „Oh, was hat der doch für ein Glück, der Bauer!“

Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Eines schönen Tages im Sommer dann stieg der einzige Sohn des Bauer auf das Pferd, um es zu reiten. Schnell war er nicht mehr alleine, das halbe Dorf schaute zu, wie er stolz auf dem schönen Pferd ritt. „Aah, wie hat der es gut!“

Aber plötzlich schreckte das Pferd, bäumte sich auf und der Sohn, der einzige Sohn des Bauern fiel hinunter und brach sich das Bein, in viele kleine Stücke, bis zur Hüfte. Und die Nachbarn schrien auf und sagten: „Oh, der arme Bauer, sein einziger Sohn! Ob er jemals wieder wird richtig gehen können? So ein Pech!“

Aber der Bauer sagte nur: „Wer weiß?!“

Einige Zeit später schreckte das ganze Dorf aus dem Schlaf, als gegen Morgen ein wildes Getrappel durch die Strassen lief. Die Soldaten des Herrschers kamen in das Dorf geritten und holten alle Jungen und Männer aus dem Bett, um sie mitzunehmen in den Krieg. Der Sohn des Bauern konnte nicht mitgehen. Und so mancher saß daheim und sagte: „Was hat der für ein Glück!“

Aber der Bauer murmelte nur: „Wer weiß?!“